Chronik


Die Herren des Akademischen SC 1906

Die Damen des Dresdner HC 1908

Die Herren des Dresdner SC im August 1920

Das älteste sächsische Hockeyfoto zeigt die Herren des Akademischen SC (ASC) 1906 Dresden im Jahr 1908. Die teilweise englischen Namen der Spieler erklären sich durch die Gründung der Abteilung, an der englische Studenten der Technischen Hochschule großen Anteil hatten. Der ASC bestritt sein erstes Spiel am 3.2.1906 auf dem Sportplatz an der Nossener Brücke gegen eine englische Mannschaft (ebenfalls TH-Studenten), was die mit 4:2 gewann. Das war gleichzeitig der Hockeystart in Sachsen!

Im September 1915 gründeten Gymnasiasten eine Hockeyabteilung beim Dresdner SC, die bis 1945 bestand.

Ab 1946 bis 1950 dann unter dem Namen SG Dresden-Friedrichstadt im Stadiongelände des Ostrageheges am Altstädter Elbbogen.

Nach der erzwungenen Auflösung dieses größten Sportvereins der Elbestadt schlossen sich 40 Hockeyer im Mai 1950 der BSG Lokomotive an, ab Mai 1990 umbenannt in Eisenbahner – Sportverein. Dazu kamen noch einige Spieler des 1945 aufgelösten ASV Dresden, der eine vorbildliche Anlage bis zur Bombardierung am Zelleschen Weg im Hochschulviertel besaß.

Die Schar erhielt die im September 1928 eingeweihte Reichsbahnsportstätte an der Reicker Straße 61 in Strehlen, direkt an der Eisenbahnlinie Bodenbach-Dresden zugewiesen. Neben dem Hartplatz, den vorher Fuß- und Handballer nutzten, existierten ein hölzernes Sportheim (mit Trockenklos…), alte Wagenkästen als Umkleidekabinen und Geräteschuppen sowie der Kampfrichterturm.

Nun wuchs die Sektion dank guter Nachwuchsarbeit von Jahr zu Jahr, erreichte in den Siebzigern die höchste Mitgliederzahl von immerhin 220.

Trotz der doch recht bescheidenen Verhältnisse wurden seit 1956 selbst internationale Turniere und Vergleiche ausgetragen. Die Länderspiele der DDR-Damen am 6. Juli 1958 gegen Österreich (11:0) und der – Herren am 7. Oktober 1959 gegen die CSR (1:0 vor 1000 Zuschauern) waren davon die Höhepunkte.

Das 16 000 m² große Areal verließ die Abteilung erst im September 1999, weil nun ab März 2000 der neue, sandverfüllte Kunstrasenplatz am Emerich-Ambros-Ufer 74 (ebenfalls altes Eisenbahngelände) in der Friedrichstadt, der von Anfang an mit den Fußballern geteilt wird, erbaut war. Erst jung an Jahren sind die Pokalturniere für Damen, Herren und Knaben auf den Kleinfeldern im Frühjahr und Sommer.

Vorher gab’s von 1997 bis 1999 ein Gastspiel auf dem Vollkunstrasen des Radebeuler Lößnitzstadions, ein weiteres 1997 auf dem Naturrasen des Fußballplatzes am „Ufer“ schlug leider wegen der Bodenbeschaffenheit schnell fehl.

Schon ab 3. November 1956 stand uns dort ein Hallenneubau der Reichsbahn mit Federbodenparkett, aber bis 1962 ungeheizt, zur Verfügung. Das war damals die Dresdner Sporthalle. Hier fand sofort ab der Einweihung eine Vielzahl von Turnieren (z.B. DDR-Meisterschaften 1957, 1958 und 1963) statt, ab 1964 auch international, wie im Februar 1974 das Herrenländerspiel DDR-Polen mit dem 14:5-Sieg der Gastgeber. In der nunmehr 50-jährigen Sportstätte mit einer hohen Bande a la Eishockey sind die Freundschaftsturniere rar geworden, die Konkurrenz anderer Vereine mit modernen Hallen ist einfach zu groß, zumal auch der Pflichtspielbetrieb heutzutage viel umfangreichere Einsätze erfordert. Aber eine Ausnahme gibt es schon noch: das beliebte „Christstollenturnier“ für Seniorinnen und Senioren vorm 1. Advent.

Die Abteilungsgeschichte ist eng mit dem Namen vieler Sportfreundinnen und -freunden verbunden. Diese Hockeyer spielten und spielen eine Rolle auch außerhalb der Abteilung. Von der Mitarbeit im Gesamtverein bis zum ehemaligen Bezirksfachausschuss, dem Landesverband und dem früheren DHSV.

Natürlich gab und gibt es durchaus sportliche Erfolge zu vermelden: von erkämpften DDR- und Sachsenmeistertiteln bis hin zu Auswahlberufungen aller Altersklassen und Aufstiegen in höhere und höchste Spielklassen. Die Erfolgsserie begann bereits 1950 mit der Berufung von sechs Damen und dem späteren DDR-Auswahltorwart und „Meister des Sports“ Horst Adler für die Sachsenauswahl.

August 1954 bis August 1955 gab es ein Mitteilungsblatt der Sektion, was erst 1968 bis 1972 eine Wiederholung fand. Ab Juni 1990 werden die Abteilung und unsere Freunde durch das monatlich erscheinende „Bläddl“ informiert.

Die 50-jährige Zugehörigkeit bei den „Eisenbahnern“ beging die Abteilung Pfingsten 2000 mit einem Veteranentreffen und der Herausgabe einer kleinen Festschrift.

In der Hallensaison 2006/07 wirkten je fünf Erwachsenen- und Nachwuchsmannschaften im Spielbetrieb.

Die Abteilung umfasst jetzt bald 150 Mitglieder und steuert weiterhin deutliche Zuwächse an. Das soll vor allem durch eine sehr gute Nachwuchsarbeit, nun wieder auch im weiblichen Bereich, erreicht werden, wofür wir schon durchaus mit Erfolg viel Kraft investierten.

 
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